TUBAMUSEUM

Im Laufe der Jahre sind Hunderte Musikinstrumente durch meine Hände gegangen. Darunter befanden sich  Charakterstücke, die immer den Geist ihrer Epoche widerspiegeln. Der heutige Ungeist der Nivellierung und Einebnung jahrhundertelang gewachsener Tradition zeigt sich auch in der weitgehenden Standardisierung und Verarmung der Instrumentierung von Sinfonieorchester wie Blasorchester. Deshalb pflege ich die einst in Bauweise und Klangvielfalt reiche Traditon.

Auf dieser Seite zu finden:

  • Mensuren
  • Kaiserbässe als Helikon und in Tubaform
  • Was ist ein Kaiserbaß ?
  • Galerie Kaiserbässe
  • Bohland & Fuchs Graslitz Böhmen 1850-1945
  • Helikon - Erfindung und Geschichte
  • Helikon-Galerie
  • Galerie Baßflügelhorn (Tenorhorn), Baßtrompete & Althörner
  • Vaclav Frantisek Cerveny 1819-1893 
  • Galerie Cerveny-Instrumente
  • Cerveny-Katalog 1925 
  • Einen guten Eindruck, wie umfassend das Musikinstrumentenhandwerk in Sachsen und Deutsch-Böhmen bis 1945 war, ermöglichen die beiden folgenden Kataloge (aus meinem Besitz):
  • KATALOG A.K.HÜTTL GRASLITZ BÖHMEN um 1900, 160 S.
  • KATALOG GEBR.SCHUSTER MARKNEUKIRCHEN Nr.70 um 1925, 270 S.

Instrumentierung von Orchester-Besetzungen 1925:

Hinweis zur Mensur bei der B-Kontrabaßtuba: Mensur bezeichnet die Weite("Größe"); dabei kommt es NICHT auf den Durchmesser des Schallaustritts an (üblich sind aber heute 45-61cm bei der Tubabauform in 6/4 Weite), NICHT auf die Baulänge des Instruments und auch NICHT ALLEIN auf die "Bohrung" (Maschinenweite), sondern auf das GESAMTE LUFTVOLUMEN IM GESAMTEN INSTRUMENT einschließlich also Schallstück, Bügel etc. - Die Mensur bezeichnet also, wie FETT die Tuba ist, nicht, wie "lang" etc.

Traditionell, etwa bei Heß Klingental (Vorgänger der Fa. B&S) , Hüttl Graslitz, Doelling, Meinel&Herold usw. werden die Mensurweiten bei der Kontrabaßtuba in B unter Nutzung der sog. "Voigt-Weiten" (siehe Darstellung der Weiten etwa im Schuster-Katalog auf meiner Seite TUBAMUSEUM) wie folgt bezeichnet:

  • weiter 6/4 Kaiserbaß: "extraweit", 23-24mm Bohrung(Weite 14-15/16)
  • enger 6/4 Kaiserbaß: "sehr weit", 21-22mm Bohrung(Weite 13-14)
  • 5/4 Mensur "weit", ca. 20,5 bis 21mm Bohrung 
  • 4/4 Mensur "Standard" 19-ca.20mm Bohrung 
  • 3/4 Mensur "schlank", ca. 18-19mm 
  • 1/2 Mensur wird selten so genannt, eher "eng" oder eher "Kleinbaß" 16,5-17,5mm Bohrung.

Dies sind gleichwohl nur Anhaltspunkte besonders für europäische Tuben! Entscheidend für die Mensur/Weite/"Größe" ist immer das GESAMTE LUFTVOLUMEN:  US-amerikanische Monsterbässe mit nur 18,5mm Bohrung besitzen z.B. durchaus eine 6/4 Gesamtmensur.
ACHTUNG: Bei Baßtuba in F und Es gelten andere Werte für die Mensurbestimmung.

Kaiserbässe als Helikon und in Tubaform

Die weitestmögliche spielbare Gesamtmensur - bestehend aus dem addierten Volumen des zylindrischen Rohranteils in den Ventilzügen und des konischen Anteils: Korpus, Schallstück und Bügel, alles zusammen ergibt einen Kaiserbaß, der sowohl in Tubaform wie auch in Helikonform gebaut wurde. Helikone sind mitnichten enger mensuriert als Tuben; sie wurden vielmehr in allen verfügbaren Mensuren und Stimmungen in gleicher Weise gebaut wie die Tubaform. Hier zwei Kaiserbässe: Cerveny mit 66cm Schall und F.X.Hüller WORLD mit 61cm Schall. - Dabei gibt es sowohl die Helikonform wie die Tubaform des Kaiserbasses als "engen" Kaiserbaß mit 21/22mm Maschinenweite und auch als "weiten" Kaiserbaß (23-24mm Bohrung).

Was ist ein Kaiserbaß ?

weiteste Gesamtmensur, lt. Patent des Erfinders V.F.Cerveny 1883/4 mit 23mm Maschinenweite, lt. Heß Klingenthal "enger" Kaiserbaß 21-22mm, "weiter" Kaiserbaß 23-24mm. lt. "Voigt-Weite" 13/14 eng  und  15/15 weit.) Bei der Mensur kommt es NICHT auf den Durchmesser des Schallaustritts an, sondern auf das gesamte Luftvolumen im Instrument, wie "fett" also insgesamt die Tuba ist. Gebaut als Kaisertuba wie als Kaiserhelikon.

 

Kaiserbässe sind nicht nur als Kontrabaß (Naturtonreihe auf Kontra-B oder C) gebaut worden, sondern auch als Baßtuba in F oder Es: siehe Foto einer Kaiser-Baßtuba ("Triumf" lautete der tschechische Verlegenheitsname der Kaisertuben nach  der Abschaffung des Kaisers in Böhmen) in F von Cerveny mit 20,5mm Maschinenweite, auf der übrigens  (zusammen mit der Bombardon-Konstruktion mit ansteigender Ventilweite) die Heinz Forker'sche B&S F-Tuba Symphonie beruht und die Idee der heutigen weiten F-Tuben aus dem Hause B&S, Melton und  Miraphone...die allesamt eine B-Tuba ersetzen wollen. (Tschechische Ideologen waren ja sehr kreativ in der Umdeutung und Umbenennung von Geschichte: "Böhmen" ersetzten sie konsequent falsch und irreführend durch "Tschechisch", was Mähren genauso ausschließt wie die - bis auf Tabor - ausschließlich deutschen Städte und die deutschböhmische Kultur. - Ceska Dechovka z.B. ist eben nicht identisch mit "Böhmische Blasmusik", sondern diese schließt jene mit ein...)

Galerie Kaiserbässe:

Bohland & Fuchs Graslitz Böhmen 1850-1945

Bis zu 500 Mitarbeiter im böhmischen Silberbach nahe Graslitz, gelöscht, enteignet, vertrieben nach 1945

Helikon: erfunden 1845, patentiert 1846 von Vaclav Frantisek Cerveny in Königgrätz. 1847 nachgebaut von seinem ehemaligen Mitarbeiter Stowasser, der zur Umgehung des Patents seine Instrumente zunächst Herculesophon nannte (siehe Foto).

Gebaut in allen Mensurweiten (von "sehr eng" bzw. 1/2 bei vielen "Reiterbässen" bis hin zu  weitestmöglich=Kaisermensur) und Stimmungen vom Sopran über Tenor, Bariton, Baß, Kontrabaß - sowie bis zum Subbaß in Kontra-Es und Subkontrabaß in B/C (diese ab 1873 bei Cerveny und Mahillon Brüssel).  Schalldurchmesser bei Cerveny bis 72cm, bei Subkontrabaßinstrumenten und Sousaphones bis weit darüber hinaus: 91cm und mehr.

Sowohl mit Drehventilen als auch mit Moritz´schen Berliner Pumpen und mit Perinet-Ventilen wurden sie gebaut. Das heutige Sousaphon ist ein Helikon, das zuerst um 1893 bei Hüttl und Pepper mit Schalltrichter nach oben ("Raincatcher") gebaut wurde für die großen Schauorchester wie z.B. von Sousa, die damals die ganze Welt bereisten, und das um 1910 dann als "Wonderphone" in der gleichnamigen Instrumenten-Serie von Conn eine wundersame Wandlung erlebte: siehe Foto Wonderphone.

- Ja, und auch Helikone wurden nicht nur als Kaiserhelikon in B/C-Kontrabaßlage gebaut, sondern auch in Baßlage in F, aber eben in weitestmöglicher Mensur, hier ein Kaiser-Baßhelikon in F von Cerveny, 20,5mm Bohrung und 45,5-47cm Schall:

Helikon-Galerie

Baßflügelhorn (Tenorhorn), Baßtrompete & Althörner

Baßflügelhorn meist in B, weitere Mensur als Baßtrompete (ebenfalls in Tenorlage in B), Althörner meist in es, seltener f

Vaclav Frantisek Cerveny 1819-1893

Erfinder von Kontrabaßtuba (1845), Helikon (1845, Patent 1846), Subkontrabaßtuba/Subbaßtuba (Patent 1846), Subkontrafagott, Kaiserbariton/Kaiserbaß (1883/4), Armeeposaune, Tonwechselmaschine und vielen anderen Instrumenten und Bauweisen. Tscheche, gelernt bei Anton Bauer Prag, dann im Umfeld von Wenzel Riedl in Wien, gründete seine eigene Werkstatt in Königgrätz 1842, später zusammen mit seinen Söhnen Cerveny &Synove / Cerveny & Söhne.  Viele Abbildungen aus dem Cerveny-Archiv in Hradec Kralove, die mir bei meinem Besuch am 23.2.2015 freundlicherweise von den beiden Archivarinnen explizit zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurden: dafür mein herzlicher Dank! Weitere Abbildungen aus dem Buch der Cerveny-Urenkelin Sonja Cerveny von 2001 "Grüß Gott Herr Cerveny".

Instrumente von Cerveny & Söhne

Eine Vielzahl der Instrumente sind durch meine Hände gegangen, und ich spiele heute noch seine Instrumente mit großer Freude. Die seit 1842 bestehende Firma wurde 2019 durch Amati Denak Graslitz und deren britische Eigentümer (auch der Markenrechte) in die Insolvenz geführt.

Cerveny Katalog um 1925

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